Argumentationshilfe für Einwände gegen den FNP-Vorentwurf 2016

Argumentationshilfe für Einwände gegen den Flächennutzungsplan-Vorentwurf 2016

1) Der Versiegelung von Grün- und Freiflächen muss Einhalt geboten werden – das Ziel der Stadtplanung sollte sein: Freiflächen im Standgebiet zu erhalten oder auszubauen. Dieses Ziel ist mit diesem vorgelegten FNP-Vorentwurf 2016 nicht zu erreichen.

2) In Duisburg wird nach Aussage des aktuellen Flächennutzungsplans (aus 1985) der größte Teil der Flächen für Industrie, Gewerbe und Wohnbebauung genutzt (lediglich
38 % sind in Duisburg Wald-, Wasser- und Landwirtschaftsflächen – laut FNP-Vorentwurf). Eine Umkehr des weiteren Flächenverbrauchs ist einzuleiten.

3) Der FNP-Vorentwurf zeigt überwiegend geschlossene Bebauung ohne Freiflächen (Gewerbe, Industrie und Wohnen). Der Tendenz zu mehr Versiegelung von Freiflächen muss entgegengewirkt werden.

4) Es fehlen Schneisen für den Luftaustausch. Wie aus dem Klimabericht des RVR von 2010 hervor geht, wird durch die geschlossene Bauweise die Luftzirkulation (der Zustrom von Frischluft fördernden Stadtbereichen zu Schadstoff belasteten Bereichen) behindert. Mit dem Planungskonzept gehen Funktionen des Freilandklimas wie z. B. Kalt- und Frischluftbildung großflächig verloren. Stattdessen sollte auf die Vergrößerung und den Verbund von Freiflächen hingearbeitet werden (Frischluftschneisen). Das Entwicklungsziel ist im vorliegenden FNP-Vorentwurf dahingehend zu korrigieren.

5) Die ausgewiesene Nr. 550-02 im FNP-Vorentwurf (Unigelände) sieht vor, dass ein 4 ha großer und 150 Jahre alter Buchenbestand in einem Landschaftsschutzgebiet der gewerblichen Nutzung durch Logistik weichen soll. Der unschätzbar wertvolle Baumbestand muss geschützt werden!

6) Entgegen der eingeleiteten Absichten durch Duisburg2027 im FNP-Vorentwurf eine gewerbliche Nutzung des Rheinpreussenareals (Rheinpreussenhafens) als Gewerbefläche auszuweisen, sollte auf den Vorschlag des Bürgerforums im Bezirk H/R/B zurück gegriffen werden: die Schaffung eines Sportparks durch Nutzung der Wasserfläche und Anbindung an die bereits vorhandenen Sportstätten-Infrastruktur (Einbeziehung von Fußball-Sportzentrum, Schwimmbad, Ruder- und Kanusportvereine), Schaffung eines Reha- und Sportzentrums, eventuell auch Anbindung an die entstehende und naheliegende Wasserfläche – geschaffen durch die Auskiesung am Rheinufer (parkähnlicher Verbund mit hohem Freizeitwert).

7) Die durch die Vorlage des FNP-Vorentwurfs eingeleitete und vorgesehene Landschaftszerstörung mit einem Verschleiß von 75 ha Landschaftsschutzgebieten, 33 ha Verbandsgrünflächen, 28 ha Flächen im Außenbereichen (Grüner Pfad), 21 ha landwirtschaftlich genutzte Flächen und 13 ha Freiflächen ist mit einer nachhaltigen Flächenbewirtschaftung nicht in Einklang zu bringen. Allein die Vernichtung von ca. 15 ha Wald bedeutet einen Verlust an Naherholungsmöglichkeiten für die Duisburger Bevölkerung und eklatante stadtklimaschädliche Verschlechterungen die nicht hinnehmbar sind in einer als Industriestandort geprägten Stadt.

8) Die landschaftsgeschütze Fläche, die im FNP-Vorentwurf unter 441-15 ausgewiesen und landwirtschaftlich genutzt wird, muss als Bestandteil des regionalen Grünzugs  erhalten bleiben. Die Ausweitung des „Gewerbegebietes Rheindeichstraße“ nach Norden (Flurstücke 416 und 417, ca. 2,8 ha) liegt im Geltungsbereich des Landschaftsplans der Stadt Duisburg mit den Darstellungen Landschaftsschutzgebiet und Gehölzstreifen sowie mit dem Entwicklungsziel Anreicherung. Die Erweiterung der Gewerbefläche widerspricht den Festsetzungen des Landschaftsplans.

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