Eine Konzern-Krake widmet Dir mehr Aufmerksamkeit, als Dir lieb sein kann!

Es geht ums Klima. Schon seit geraumer Zeit, und nicht erst seit dem Klimaabkommen in Paris, ist klar, dass die Klimapolitik weltweit in einer Sackgasse gelandet ist. Nicht nur die Einhaltung der vereinbarten Klimaziele scheint ins Stocken geraten, sondern auch die halbherzigen Versuche deutscher Umweltpolitik werden offenbar. Das von der Koalitionsregierung vereinbarte Klimapaket ist ein Furz in der desolaten Klimalandschaft. Mit den Vereinbarungen der Koalitionäre lässt sich der Klimawandel nicht aufhalten. Die Einhaltung der vereinbarten Klimaziele werden verfehlt.

Teil dieser Klimapolitik sind nicht die fehlenden Verzichtsbekenntnisse von Konsumenten und von Verbrauchern. Ihr Verhalten wirkt sich nur marginal auf die Klimaveränderungen aus. Die Hauptlast der Veränderung trägt die Energie-, Verkehrs- und Grundstoffwirtschaft, deren Emissionen den Planeten zum Kollabieren bringt, wenn nicht zu einer gemeinwohlfördernden Wirtschaftsform umgeschwengt wird. Diese gesellschaftspolitische Transformation steht auf der Tagesordnung.

Gerade hier im Industriegebiet an Rhein und Ruhr sind die Anstrengungen für die Erreichung der Klimaziele oberstes Gebot in der augenblicklichen Klimakrise. Die Ausmaße dieser Krise sind von Klimaforschungseinrichtungen kontinentübergreifend prognostiziert. Um so mehr verwundert, dass hiesige Unternehmen immer noch auf den Einsatz fossiler Energieträger für ihre Produktions-prozesse setzen. Wie zum Beispiel das Unternehmen VENATOR mit dem Hauptsitz in Großbritannien und seiner Produktionsstätte in Duisburg-Homberg. Dort unterhält dieses Unternehmen auf seinem Werkgelände ein Kraftwerk, das durch den Einsatz von Braunkohlestaub aus dem Tagebau Garzweiler die Energie (Dampf und Strom) für die Produktion von ca. 110 000 Tonnen Bariumsulfid und ca. 100 000 Tonnen Weißpigmente aus Titandioxid herstellt.

Die damit verbundene Emission von ca. 250 000 Tonnen CO2 im Jahr scheint vielen Bewohnern im anliegendem Wohngebiet nicht geläufig. Jedoch addieren sich die Emissionen mit den anderen Abgaswerten anderer Unternehmen im schwerindustriegeprägten Umfeld. Was liegt da näher als den Standort auf eine minder emittierende Energieform umzurüsten? Das Problem der Dreckschleuder im Wohngebiet verdient keinen Aufschub!

Das dachten auch Akteure aus den Bürgerinitiativen und Umweltgruppen im Nordwesten Duisburgs und machten mit einer Plakataktion zum Tag der offenen Tür der Firma VENATOR im Spätherbst 2018 auf das Thema aufmerksam. Es folgte eine Aktion der Bürgerinitiativen Mitte des Jahres 2019 bei der mit Sprühkreide vor den Werktoren des Konzerns folgender Hinweis auf öffentlichen Gehwegen aufgebracht wurde:

„Braunkohle bei Venator? Seit langem zu wenig getan für Umwelt und Arbeitsplatzsicherheit!“

Eins muss doch klar sein: ohne Investitionen in die Zukunft, also die Umrüstung auf andere umweltfreundlichere Energieträger als Kohle, dürften auch die Arbeitsplätze am Standort Duisburg über kurz über lang in Gefahr sein. Diese Investition ist dringend am Standort notwendig! Nicht zuletzt auch dadurch, weil die Tage des Braunkohleabbaus in Deutschland gezählt sind. Und der Umwelt- und Klimaschutz endlich oberste Priorität im Zusammenleben der Menschen bekommen muss: Klimaschutz vor Profit!

Bereits zwei Stunden nach der Sprühaktion waren alle Farbkreide-Graffitis restlos beseitigt worden, als ob nichts geschehen sei. Und die Presse berichtete über den Konzern eine Woche später, dass er der Belegschaft mit einer erneuten Entlassungswelle drohen würde. Einsicht in Management- und Umweltschutzfehler sehen anders aus!

Gegen (mich) Jürgen Hagenguth läuft ein Strafverfahren, wegen einer Umweltaktion mit Sprühkreide, gegen des Braunkohlekraftwerks auf dem Werkgelände von VENATOR.

Montag, den 6. Januar 2020, 09:30 Uhr, im
Amtsgericht Duisburg-Ruhrort,
Amtsgerichtsstraße 36, 1. Etage, Sitzungssaal 108

Die Verhandlung ist öffentlich:
https://www.ag-duisburg-ruhrort.nrw.de/behoerde/sitzungstermine/index.php?startDate=1578265200&orderBy=datum&sort=asc#stForm

Wäre schön, wenn mich umweltinteressierte Bürger*innen unterstützen würden. Denn Umwelt- und Klimaschutz sind kein Verbrechen.

Ich danke für Eure Solidarität im Voraus!

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