Presseerklärung der BI am 10. August 2017

Das sollen die Bürger schlucken?

In den vergangenen Tagen traf sich die Bundesregierung mit Industriellen der Fahrzeugindustrie zum „Nationalen Forum Diesel“, sprich Dieselgipfel. Die Ergebnisse der Zusammenkunft wurden in der Öffentlichkeit unterschiedlich bewertet. Tatsächlich aber hat der Dieselgipfel für den Umweltschutz nicht viel gebracht, da die Fahrzeugindustrie lediglich versprach die Betrugssoftware in neuwertigen Dieselfahrzeugen zu patchen. Fahrzeughalter älterer Dieselfahrzeuge (Euro-Norm 1-4) und Besitzer von Diesel-KFZ ausländischer Hersteller gehen sogar völlig leer aus.

Es bestehen berechtigte Zweifel daran, dass der Schadstoffausstoß durch den Austausch von Software so verringert wird. In Zukunft werden sogar mehr Stickoxide in die Luft geblasen, da der Absatz von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren weiterhin zunehmen soll, wie die Industrie behauptet. Umweltverbände gehen maximal von einer Verringerung der kommunalen Belastung im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus.

Zur Zeit werden im Stadtgebiet Brücken wegen des zunehmenden Schwerlastverkehrs und aufgrund schwer marodierter Brückenbauwerke die Verkehre ab- bzw. umgeleitet. Damit sind lange Staus verbunden und somit eine noch höhere Belastung durch Schadstoffe. Die A40-Rheinbrücke wird in den nächsten Jahren von sechs auf acht Spuren erweitert, weil man mit einer starken Zunahme der Verkehre rechnet. Neben milliardenschweren Schäden setzt man weiterhin auf Ausbau. Der Wahnsinn hat Methode. Dieselbetriebene Privatfahrzeuge tragen zur Schadstoffbilanz bei und auch die Schwerlastfahrzeuge an Logistikstandorten, Linien-, Schul- und Reisebusse, sowie die Lieferfahrzeug-Flotten, die größtenteils mit Dieselmotoren ausgestattet sind. Ebenso zählen Baustellenfahrzeuge und –geräte zu den Luftverschmutzern. Auf dem Abrechnungs-Deckel stehen weiterhin die Energieerzeuger und die Schadstoffemittenten der Schwer- und Chemieindustrie, die zum Großteil zur Luftverschmutzung beitragen. Da Duisburg nun mal am Rhein liegt, haben wir es mit den Folgen ungefilterter, dieselbetriebener Rheinschiffe zu tun, deren Anteil am Gesamtvolumen der Schadstoffbelastung nicht unerheblich ist. Am Ende des Tages wird also die Gesamtsumme der Emissionen dazu beitragen, in wieweit Duisburg an Belastungsgrenzen stößt. In Zukunft werden Gerichte entscheiden müssen, ob Emissionsgrenzen eingehalten werden und ob es zu Fahrverboten kommt. So sind es die Bürgerinnen und Bürger, die zunehmend dem Schadstoffausstoß ausgesetzt sind und auch weiterhin diejenigen, die Feinstäube und Stickoxide schlucken sollen.

Die Bürgerinitiative hatte unlängst von den Behörden gefordert, dass die Schadstoffwerte linksrheinisch zwischen den Autobahnen A40 und A42 gemessen werden. Bislang blieb eine Antwort aus, ob eine Messstation errichtet wird. Eine Messstation ist kostenaufwändig, jedoch kann man vermuten, dass nach dem Prinzip gefahren wird: Da wo nicht gemessen wird kann es auch keine Grenzwertüberschreitungen geben. Bislang wurde von der BI anhand der Planungsunterlagen zum Bau des Logistikstandortes zwischen Baerl und Homberg die Erfahrung gemacht, dass sich das Planungsdezernat in Duisburg auf errechnete Ergebnisse aus Gutachten verlässt. Es bestehen erhebliche Zweifel, ob diese jedoch die Realität abbilden und dokumentieren, was in Verkehrsspitzen an Schadstoffbelastungen in der Industriestadt Duisburg in der Luft hängen bleibt und sich somit auf die Gesundheit der Menschen niederschlägt.

Informieren Sie sich weiter auf der Homepage der Bürgerinitiative „Die Hornitexter“ (www.diehornitexter.wordpress.com) zum Thema: „Das sollen die Bürger schlucken?“ Und unterstützen Sie unsere Petition zur Erhaltung des Landschaftsschutzgebietes zwischen Homberg und Baerl: https://www.openpetition.de/petition/online/erhaltung-des-landschaftsschutzgebietes-in-duisburg-homberg-baerl

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